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raimo1@hot.ee
Ein Playmobil-
Männchen kann man nicht so einfach kreuzigen. Dazu sind die Arme der fingerlangen Plastikfigur zu starr; sie lassen sich nicht seitlich ausbreiten. Der evangelische Pastor Markus Bomhard weiß, wie es trotzdem geht. Man müsse sie nur lange genug über die Flamme einer Kerze oder unter einen heißen Föhn halten, sagt er: "Dann wird das Kunststoffmaterial ganz leicht weich und lässt sich formen." Anschließend lasse man das Figürchen noch kurz aushärten, ehe man es ans Kreuz nageln könne. Gottesmann Bomhard treibt bei alledem nicht etwa Sadismus um, sondern religiöser Eifer. Vor zwei Jahren hat er sein erstes Playmobil-Männchen gekreuzigt. Jetzt hat er Ärger mit dessen Hersteller bekommen, dem fränkischen Unternehmen Geobra Brandstätter.
Mit heiligem Zorn und anwaltlichem Beistand verfolgt man dort das Treiben des Pfarrers aus dem hessischen Eschborn. Dabei ist Markus Bomhard nach eigenem Bekunden ein leidenschaftlicher Playmobil-Fan. Als solcher kam er auf die Idee, mit den Kunststoff-Figuren Szenen der Bibel darzustellen. Aus Bauschaum modelliert er die notwendigen Kulissen und Playmobil-Figuren verwandelt er in Apostel, Propheten und Sünder. Dafür bemalt er sie oder passt ihnen Gewänder an. Denn biblische Figuren kann man bei Playmobil nicht von der Stange kaufen. Genau das ist das zentrale Problem, welches Pfarrer Bomhard nun mit der Herstellerfirma hat.